Faszination Mensch, Kultur und Küche

Foto: Wikipedia
Bangkok und seine kulinarischen Besonderheiten
Bangkoks Gastronomie-Szene ist unglaublich weit und reicht von einfachen aber sehr schmackhaften Speisen, aus der wahrscheinlichen Wiege des Street Foods, bis hin zur Sterneküche und dem renommiertesten Restaurant Asiens. Auf einer Vielzahl von Märkten gibt es alles, was das Herz begehrt und natürlich unzählige landesspezifische Zutaten. Diese sorgen dafür, dass Thai-Food besonders und sehr geschmacksintensiv ist. Von einer thailändischen Kochschuleninhaberin wurde mir einmal gesagt, dass in Thailand zwar vieles etwas kleiner ist, dafür aber umso (geschmacks-)intensiver. Dies kann ich nur bestätigen. Wer zum Beispiel einmal thailändische Mangos oder Limetten probiert hat, der weiß, was einzigartige Geschmacksintensität bedeuten kann. Aber Vorsicht, Thais bevorzugen sehr scharfes Essen, welches bei europäischen Gaumen auch schon mal leicht zu Schweißausbrüchen und Atemnot führen kann!Swasdee, mehr als nur Willkommen
Schweißausbrüche können aber nicht nur von besonders scharfen Essen herrühren sondern auch von dem heiß-feuchten Klima in Thailand. In Bangkok liegt die maximale Durchschnittstemperatur bei ca. 34°C, wobei die relative Luftfeuchte über das Jahr zwischen 73 und 84 Prozent schwankt. Hier schaffen dann Klimaanlagen, die es in vielen Restaurants, Hotels und Massagesalons gibt für Abkühlung. Warum aber tragen viele von diesen den Begriff „Sawa(s)dee“ im Namen. Nun, Swasdee hat viele Bedeutungen und kann damit nicht universell ins Deutsche übersetzt werden. Die Übersetzung als „Willkommen“ ist dabei nur eine Ausprägung. Swasdee kommt aber auch beim Abschied, zum Dank und als Entschuldigung zum Einsatz – in der Regel als Wort und Geste. Hierbei werden beide Hände vor der Brust zusammengelegt, die Arme angewinkelt vor dem Körper gehalten und sich leicht nach vorn gebeugt. Dieser Gruß („Wai“) wird sowohl bei der Begrüßung als auch beim Abschied verwendet und entspricht in etwa dem europäischen Händedruck. Swasdee kann aber auch als „gut“ oder „angenehm“ übersetzen werden, so ist vieles Sawasdee, wenn es mit Thailand in Verbindung gebracht wird.„Thailand’s Geschmack in flüssiger Form“
Aber was ist jetzt „Swasdee“, wenn es um einen typischen thailändischen Cocktail geht? Nun, erst einmal ist es nicht immer einfach, kulturelle und landestypische geschmackliche Erlebnisse in einen Cocktail „zu gießen“. Natürlich kennt jeder den Cocktailklassiker „Mai Tai„, welcher oftmals in Verbindung mit Thailand gebracht wird. Nur leider hat dieser mit Thailand erst einmal sehr wenig zu tun und Rum mit Gin auszutauschen, um daraus einen Gin Tai zu kreieren, macht die Sache leider nicht besser. Deshalb war es an der Zeit, einem Gin-Cocktail einen besonderen Platz zu geben, der wirklich thailändisch inspiriert ist. Hierbei sollten typisch thailändische Zutaten, wie Kokosmilch, Zitronengras und Chili Verwendung finden und den Geschmackskomponenten „mild„, „säuerlich“ und „scharf“ gleichermaßen gerecht werden. Was beim ersten Probieren vielleicht als etwas ungewöhnlich anmutet, wird beim zweiten Schluck – hoffentlich– als besonders empfunden.Thailändisch inspirierter Gin Cocktail – wenn asiatische Leichtigkeit europäische Korrektheit trifft
Bangkok Destiny
Zutaten
- 5 cl Gin
- 5 cl Limettensaft
- 5 cl Zitronengrassirup
- 15 cl Kokosmilch
- 1 dünne Scheibe Ingwer frisch gerieben
- 3-4 Korianderstängel mit Blättern
- ¼ rote Chili klein geschnitten
Anleitungen
- Limettensaft, den frisch geriebenen Ingwer, die kleine geschnittene Chilischote und die Korianderstängel mit den Blättern in einen Shaker geben und mit einem Holzstößel kurz aber intensiv muddeln.
- Alles durch ein Sieb gießen in ein Glas schütten. Shaker säubern. Gin, Zitronengrassirup, Kokosmilch und Inhalt vom Glas in einem Shaker kräftig und mindestens 10 Sekunden auf Eis schütteln und in zwei (!) kleine Bechergläser ohne Eis abseihen.
Notizen
Mit den kleinen Bechergläsern tragen wir dem oben beschriebenen Umstand Rechnung, dass in Thailand zwar alles kleiner ist, dafür aber geschmacklich intensiver.
Zitronengrassirup
Zutaten
- 3 Stängel Zitronengras
- 500 ml Wasser
- 400 g Zucker
Anleitungen
- Den vorderen Teil vom Zitronengras (ca. 3mm) abschneiden und entsorgen, ebenso den trockenen hinter Teil. Den Rest vom Zitronengras in 3-4cm lange Stücke schneiden und andrücken (bspw. mit einem Fleischplattierer).
- Zusammen mit dem Wasser ca. 10 bis 15min. leicht kochen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb gießen und zusammen mit dem Zucker nochmals kurz aufkochen lassen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
- Zitronengrassirup in eine sterile Flasche füllen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern. Dort hält sich der Sirup bis zu mehreren Monaten.
