Ein Essen aus meiner Kindheit, an das ich mich gut erinnere, war Spinat, Rühr- oder Spiegelei und Kartoffeln. Das ging schnell, war günstig und alle mochten es. Es gab allerdings ein paar Dinge, die unbedingt sein mussten: Der Spinat musste die grüne Pampe sein – wenn möglich mit Blub – und die Eier mussten so hart sein, dass man damit jemanden erschlagen konnte.
Mittlerweile fürchte ich mich nicht mehr vor weichen Eiern – im Gegenteil. Heute liebe ich cremiges paniertes Eigelb oder auch ein zartes gebackenes Eigelb, das innen noch leicht fließt. Auch beim Spinat bevorzuge ich mittlerweile den frischen vom Markt, der nicht totgekocht wird, sondern noch nach Spinat aussieht und danach schmeckt. Aber so macht jeder seine kulinarische Entwicklung durch (meine Kinder mögen die Eier übrigens nach wie vor prügelhart und den Spinat nur, wenn seine ursprüngliche Konsistenz nicht mehr erkennbar ist).
Ein Kinderessen wird aufgepeppt
Bei der Planung unseres diesjährigen Silvestermenüs habe ich mich wieder an dieses Kinderessen erinnert – und überlegt, wie ich das Gericht so aufpeppen könnte, dass es als Vorspeise taugt. Das Ergebnis ist erstaunlich simpel: Spinat und Ei, aber mit perfekter Konsistenz – und ohne Kartoffeln.
Eigelb frittieren – so geht’s
Um Eigelb zu frittieren, muss es zunächst eingefroren werden. Dazu werden die Eier getrennt, und die Eigelbe kommen in eine Muffinform, die zuvor mit Frischhaltefolie ausgelegt wurde. Die Eier müssen sehr frisch sein, damit das Eigelb seine Form behält. Ältere Eier funktionieren zwar auch, aber das Eigelb läuft auseinander, bevor man es panieren kann.
Wer sich bei seinem Ei unsicher ist, dem empfehle ich diesen Artikel: Ist das Ei noch frisch?
Die Frischhaltefolie ist wichtig, damit ihr das gefrorene Eigelb wieder herausbekommt. Ich habe an einer Stelle nicht aufgepasst und hatte zu kämpfen, das Ei herauszubekommen.
Das gefrorene Eigelb wird kräftig mit Salz und Pfeffer gewürzt, dann in ein verquirltes Ei getaucht und anschließend mit Semmelbröseln paniert – also ganz klassisch Eigelb panieren und frittieren. Danach das Ei für ca. 3–4 Minuten frittieren und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
So entsteht ein herrlich frittiertes Eigelb: außen knusprig, innen cremig – perfekt auf einem Bett aus frischem Spinat. Sofort servieren!
Frittiertes Eigelb mit Spinat
Zutaten
- 4 Eier so frisch wie möglich
- 1 Ei zum Panieren
- Semmelbrösel
- Öl zum Frittieren
Babyspinat
- 300 g Babyspinat
- 2 EL Butter
Anleitungen
- 4 Eier am Tag zuvor trennen und die Eigelb einfrieren
- Das gefrorene Eigelb kräftig mit Salz und Pfeffer würzen
- In verquirltem Ei und anschließend in Semmelbrösel wenden
- Öl in einem kleinen Topf erhitzen bis kleine Bläschen aufsteigen, wenn man einen Holzlöffel hineintaucht.
- Die Eigelb für ca. 3-4 Minuten goldgelb frittieren und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.
Spinat
- Den Spinat putzen und für 1/2 Minute in kochendem Wasser blanchieren.
- Butter in einer Pfanne schmelzen lassen bis sie leicht braun wird. So entsteht Nussbutter. Darin den Spinat kurz anschwenken, mit Salz, Pfeffer und wer mag etwas Muskat würzen.
